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Lieselotte Mariß

20.01.2012

Nachruf auf Lieselotte Mariß

Am ersten Weihnachtsfeiertag, dem 25.12.2011, verstarb Lieselotte Mariß. Die Amnesty-Gruppe Detmold trauert um eine unermüdliche Streiterin für die Menschenrechte und einen großartigen Menschen.

Ein Nachruf

Lieselotte war bis kurz vor ihrem Tod ein ganz aktiver Motor der Detmolder Amnesty-Gruppe. Die Gruppensitzungen fingen oft mit ihrem Satz an. „Ich konnte heute Nacht nicht schlafen und da habe ich mir folgendes überlegt....„

Aus ihren Überlegungen entstanden so erfolgreiche Aktionen wie „Schlüssel für China“, bei der Schlüssel mit einem Namen eines chinesischen Gefangenen versehen wurden, um damit symbolisch die Gefängnistüren zu öffnen. Die Schlüssel wurden danach der chinesischen Botschaft in Berlin übergeben. Lange Jahre engagierte sie sich für die Menschenrechte in der Türkei, hat sie sich für die Jugendlichen von Manisa eingesetzt und Schulen in Detmold zur Mitarbeit gewonnen. Für eine Aktion gegen Steinigung sammelte Lieselotte 14.000 Unterschriften und animierte Frauen, mit ihrem Foto auf einem Plakat gegen Steinigung Gesicht zu zeigen. Ganz besonders lag Lieselotte der Kampf gegen Beschneidung und der Kampf der iranischen Studenten für mehr Demokratie am Herzen. Zusammen mit ihrem Mann Helmut baute sie viele Ausstellungen auf, betreute Aktionsstände und sammelte Spenden.

Ihr großes Netzwerk an Freunden, Bekannten und Menschenrechtsaktivisten reichte weit über Deutschland hinaus und wurde für viele Aktionen erfolgreich genutzt. Lieselotte prägte über lange Jahre die Arbeit der Detmolder Amnesty-Gruppe entscheidend mit.

Wir sind traurig und verlieren mit ihr nicht nur ein Mitstreiterin sondern auch eine Freundin.

Gruppe 1602 Detmold und Barbara Neppert, Koordinationsgruppe Türkei

Bericht der Lippischen Landeszeitung vom 06.01.2012